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Der erste Einblick

Heute war der zweite Tag unseres Kurses in Vantaa und nach einer kurzen Einleitung starteten wir in Gruppen mit einer Vorstellungsrunde. Dazu verwendet wir Google Slides und jedes Gruppenmitglied fertigte eine Folie über sich an. Das gleichzeitige Bearbeiten einer Datei online ist zwar nichts Neues für mich, aber es was das erste Mal, dass ich das mit Personen aus 7 Ländern tat. Bei der Präsentation war es sehr spannend die anderen KursteilnehmerInnen und deren Background kennenzulernen.

Nach dieser ersten gemeinsamen Übung mit den Tablets führte uns Matti Hellström in das finnische Bildungssystem ein. Als ehemaliger Lehrer, Direktor einer Grundschule und Lektor an verschiedenen Universitäten kennt er das System und dessen Entwicklung sehr gut und gewährte uns einen umfassenden Einblick in das finnische Bildungssystem und dessen Curriculum.

Es bräuchte nun viele, viele Zeilen und Bilder um alles darstellen. Es war aber beeindruckend, dass es kein direktes Wundermittel gibt, sondern viele kleine Bausteine es möglich machen.

Dazu zählen:

  • Es gibt zahlreiche Mythen, die nicht der Wahrheit entsprechen.
  • Finnland hat so gut wie keine Privatschulen. Dem finnischen Bildungssystem, wie auch den LehrerInnen wird vertraut. Trust ist ein wichtiges Wort.
  • Es gibt keine staatlichen Gesamttests außer die Abschlussprüfungen (Matriculation Exams) am Ende der Oberstufe!
  • Die Schulen wie auch die LehrerInnen haben eine hohe Autonomie. Diese spiegelt sich in der Besetzung von Stellen, in der Arbeit mit den Kindern als auch in der Selbstorganisation der LehrerInnen wieder.
  • Nur 10% der BewerberInnen haben tatsächlich die Möglichkeit die Ausbildung zur Lehrpersonal zu machen. Bei der Ausbildung wird ein hoher Wert auf die Gruppenarbeit, als auch auf praktische Erfahrung gelegt. Der Lehrberuf ist sehr begehrt.
  • Generell gilt „Less is more“ – die Kinder fangen erst mit 7 Jahren an (bzw. später oder früher je nach Entwicklungsstand), es gibt viele Pausen am Tag, …
  • LehrerInnen sehen ihren Beruf als „Lifetime Project“.
  • Gymnasien setzen auf Kurssysteme bzw. SchülerInnen in höherem Alter haben hohe Wahlmöglichkeiten.
  • uvm.

Am Ende des Tages wurden wir noch in die G-Suite von Google eingeführt. Wobei auch hier der Gedanke eher auf den Möglichkeiten liegt und die Suite als Beispiel gezeigt wurde. Ich muss sagen, es war ein willkommener Einblick in die G-Suite. Es ist vieles einfach möglich und der Lernprozess kann toll begleitet werden. Zu bedenken sind natürlich die Datenschutzfragen. In Österreich ist die G-Suite aber offiziell zu gelassen.

Es war ein wirklich toller Kurstag mit vielen Einblicken und Ideen für das eigene Tun.

Morgen gehts dann zum ersten Mal direkt an eine Schule. 😊

P.S.: Ich habe noch einen tollen Artikel dazu gefunden: Artikel

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